Test: Radeln mit Strom – die aktuellen E-Bikes

Mehr als eine halbe Million Pedelecs wurden vergangenes Jahr in Deutschland verkauft. Stiftung Warentest hat erneut Elektrofahrräder getestet. Erfreuliche und ernüchternde Testurteile. Das beste Rad im Test war das „B8.1“ von Flyer für 3.300,- Euro. Den Sieg in der Rubrik „Preis-Leistung“ errang das beim Sportartikelhändler Decathlon erhältliche „Riverside City Nexus“ ab 1.800,- Euro.


INFO

E-Bike Focus Aventura Impulse E-Bike 45km/hE-Bike Testsieger 2016 - Flyer B8.1

E-Bike Test: Fünf von 15 Elektrofahrrädern fallen durch

Gutes Rad ist teuer. Schlechtes aber auch. Daher gilt beim Ebike Kauf grundsätzlich: Der Preis rechtfertigt noch lange nicht die Qualität eines Elektrofahrrades. Ein wirklich gutes Ebike zeichnet sich nicht über den Verkaufspreis aus. Mehr als sportliche 3.000 Euro müssen für den Testsieger gezahlt werden. Für knappe 2.500 Euro kann man sich aber auch einen Testverlierer ins Haus holen. Das Ergebnis eines Tests von Stiftung Warentest und ADAC von 15 Elektrofahrrädern mit tiefem Rahmendurchstieg ergab insgesamt:

  • 7x Qualitätsurteil „Gut“
  • 3x Qualitätsurteil „Befriedigend“
  • 5x Qualitätsurteil „Mangelhaft“
Was versteht man unter einem E-Bike?

Zu den derzeit beliebtesten und innovativsten Fahrrädern gehören die Ebikes. Die komfortablen Fahrräder sind mit einem Elektromotor ausgestattet, der den Tretvorgang unterstützt oder vollkommen ersetzt. So kommen Sie bequem und schnell ans Ziel. Für ein Ebike ist kein Führerschein erforderlich und Sie dürfen auf dem normalen Radweg fahren. Lediglich für ein E-Bike, das mit einer Start- oder Anfahrhilfe ausgestattet ist, benötigen Sie eine Fahrerlaubnis, da diese Modelle in Deutschland als Mofa geführt werden. Die meisten E-Bikes besitzen einen Zuschaltmotor, der bei Bedarf eine Trittunterstützung einschaltet. So können Sie mit dem E-Bike auch steile Anstiege mühelos meistern.

Begrifflichkeiten

  • E-Bike: Überbegriff für elektrisch angetriebene Zweiräder, unabhängig davon, ob der Radfahrer selbst in die Pedale tritt oder eine Anfahrhilfe nutzt
  • Pedelec: Pedal Electric Cycle, d.h. dass der Motor den Fahrer nur unterstützt, wenn er selbst in die Pedale tritt – Unterstützung bis 25 km/h
  • S-Pedelec: Schnelles Pedelecs, d.h. dass der Motor den Fahrer nur unterstützt, wenn er selbst in die Pedale tritt – Unterstützung bis 45 km/h

Ein E-Bike macht selbst die größte Couch-Kartoffel zur Rakete. Andere Radler sehen nur Dein Schlusslicht und am Ziel steigst Du dank des Elektromotors erholt vom Sattel.


E-Bike Test 2016 - Stiftung Warentest

Fahren, Antrieb, Handhabung, Sicherheit und Haltbarkeit

Nicht jedes E-Bike wird seinem Preis gerecht. Geprüfte Kategorien wie Fahren, Antrieb, Handhabung, Sicherheit und Haltbarkeit flossen in das Gesamturteil ein. Fünf Modelle wurden sogar mit „Mangelhaft“ bewertet, da sie laut den Testern u.a. eine nicht ausreichende Bremskraft beziehungsweise Brüche an Sattelstützen und -klemmen aufwiesen. Die Ansprüche an Elektrofahrräder sind hoch. Sie kosten mitunter so viel wie Motorroller. Sicherheit und Solidität sollten in diesem Preissegment absolut gegeben sein.


Die E-Bike Sieger – Testurteil “Gut”

  • Decathlon Riverside City Nexus ab 1.800,- Euro
  • Flyer B8.1 ab 3.300 Euro
  • Victoria e-Manufaktur 7.9 ab 2.300,- Euro
  • Raleigh Dover Impule 8HS ab 2.400,- Euro
  • Kalkhoff Agattu Impule 8HS ab 2.500,- Euro
  • Kreidler Vitality Eco 3FL ab 2.200,- Euro
  • KTM Amparo 8M ab 2.600,- Euro

Die E-Bike Verlierer – Testurteil “Mangelhaft”

  • Hansa Alu City Elektrorad für 900,- Euro
  • Fischer Alu Elektro Citybike ECU 1603 für 1.200,- Euro
  • Pegasus Premio E8F für 2.400,- Euro
  • Stevens E-Courier Forma für 2.700,- Euro
  • Kettler Traveler E Tour FL für 2.550,- Euro

Welcher Akku reicht am weitesten?

Ein gutes Pedelec sollte mindestens 50 Kilometer mit einer Ladung reichen. Laut Stiftung Warentest boten alle E-Bikes Akkureichweiten um die 60 Kilometer. Sieger im Ausdauerlauf war das Kalkhoff, welches sogar knappe 100 Kilometer weit kam. Prüfungsbedingungen umfassten hierbei hügelige Strecken mit Motorunterstützung auf mittlerer und hoher Stufe sowie Fahrten im Flachland. Klar sind die Reichweiten unterschiedlich – je nach Unterstützung, die das Gelände erfordert.

Schaltung und Sprint

Mehrere Modelle machten Probleme beim Schalten am Berg, bei der Fahrstabilität im Gefälle und beim zulässigen Gesamtgewicht. Sechs E-Bikes erlaubten nur ein Gesamtgewicht von 120 bis 130 Kilogramm, beim Testsieger waren es 149. Genug Spielraum also, damit nicht nur leichte Personen Spaß am Pedalieren haben. Nicht nur Stiftung Warentest und ADAC raten vor dem Kauf eines Elektrofahrrades zu einer Beratung und Probefahrt beim Fahrrad-Fachhändler. Auch wir empfehlen dringend, sich vor dem E-Bike Kauf ausführlich beraten zu lassen. Bei solch einer großen Geldausgabe sollte ja schließlich alles stimmig sein, nicht wahr?



Wissenswertes über E-Bikes von unseren Fachleuten: Fragen und Antworten

Wie lange halten E-Bikes bzw. deren Akkus?

E-Bikes sind heutzutage sehr langlebige Produkte und nicht mehr mit Elektrofahrrädern vor 5 Jahren und mehr vergleichbar. Die Langlebigkeit der Akkus hängt von den Ladezyklen ab. Im Durchschnitt hat ein Akku 500-1000 Ladezyklen, je nach Bauart und Leistungsmerkmale. Somit sollte ein Akku also durchschnittlich 4-5 Jahre nutzbar sein. Während der Akku also irgendwann einmal ausgetauscht werden muss, kann das E-Bike bei guter Pflege und regelmäßiger Wartung durch einen Fachhändler genauso lange halten, wie ein normales Fahrrad.

Wie lange gilt in der Regel die Garantie der Elektrofahrräder?

Hier gilt wie bei anderen Käufen die zweijährige Gewährleistungsfrist. Darüber hinaus garantieren viele Hersteller, dass der Akku mindestens 500 Ladezyklen hält.

Wie viel Geld sollte man in ein gutes E-Bike investieren?

E-Bikes gibt es in ganz unterschiedlichen Preisklassen – je nachdem, was man damit machen möchte und welchen Anspruch man an Technik und Design hat. Gute E-Bikes gibt es schon ab ca. 2000,- Euro. Es lohnt sich jedoch, mehr Geld zu investieren, weil man dann auch wirklich hochwertige Komponenten erhält, die für eine hohe Langlebigkeit sorgen. Sicherheit und Fahrspaß sollten beim E-Bike gut zusammenpassen. Herzstück eines jeden Elektrofahrrades ist ein guter Akku und ein starker Elektromotor. Wichtige Fahrradteile wie Rahmen, Bremsen und Reifen sollten aufgrund der höheren Geschwindigkeiten belastbar sein. Zudem sollte auch die Beleuchtung leistungsfähiger als bei gewöhnlichen Fahrrädern sein.

Wie lade ich meinen E-Bike Akku richtig auf?

Soweit möglich, sollte man den Akku am Ende einer Fahrradtour herausnehmen und zum aufladen mit in die Wohnung nehmen – nicht nur aus Sicherheitsgründen. Eine Ausnahme hiervon bilden die wenigen E-Bikes, bei denen der Akku fest verbaut ist, z. B. direkt im Rahmen. Dann bietet es sich natürlich an, wenn man in Keller oder Garage eine Steckdose hat.

Gibt es Ersatz-Akkus oder Austausch-Akkus und was kosten sie?

Austausch- bzw. Ersatzakkus bieten eigentlich alle großen namhaften Hersteller an. Sowieso empfiehlt es sich, einen Hersteller zu wählen, der auch eine gewisse Innovation in die Akkutechnologie mit einbringt und seine Modelle nicht mit x-beliebigen Akkuvarianten aus Fernost bestückt. Ersatzakkus kosten je nach Marke und Leistung zwischen 300 und 1000 Euro – je nach Ladezyklen. Legt man diesen Betrag auf die gefahrenen Kilometer um, erscheint die Ausgabe auch nicht mehr ganz so hoch. Inklusive Strom und Akku kostet der gefahrene Kilometer mit dem E-Bike dann nämlich nur zwischen 1 und 2 Cent! Bei einer Fahrleistung von 35.000 Kilometern und einem Preis von 500 Euro pro Akku kommt man beispielsweise auf 1,4 Cent pro Kilometer für Akku und Strom. Eine Akkuladung kostet unter 10 Cent und ist damit günstiger als einmal duschen.

Gibt es eine Helmpflicht für E-Bike Radfahrer?

Nur bei den S-Pedelecs (Schneles Pedelec bis 45 km/h) gibt es eine Helmpflicht.

Gelten für E-Bikes andere Rechte im Straßenverkehr als für normale Radfahrer?

Hier muss unterschieden werden zwischen Pedelecs (Tretunterstützung bis 25 km/h) und S-Pedelecs (Tretunterstützung bis 45 km/h). Pedelecs gelten im rechtlichen Sinn als Fahrräder. S-Pedelecs sind sogenannte Kleinkrafträder mit geringer Leistung. Das heißt also, für Pedelecs gelten daher die ganz normalen Regeln: Es wird keine Fahrerlaubnis benötigt, es besteht keine Versicherungs- und auch keine Helmpflicht. Auf Radwegen, Waldwegen und für Radfahrer freigegebenen Fußgängerzonen darf gefahren werden. Bei S-Pedelecs ist das etwas anders: Der Fahrer benötigt einen Mofa-Führerschein und muss mindestens 15 Jahre alt sein. Außerdem werden ein Versicherungskennzeichen und eine Betriebserlaubnis benötigt. Daneben besteht eine Helmpflicht. Bezüglich der Nutzung von Radwegen durch S-Pedelecs ist die Rechtslage momentan unklar. S-Pedelecs werden derzeit nach den Regeln der Leichtmofa-Ausnahmeverordnung zugelassen. Hiernach dürften S-Pedelecs wie E-Mofas nur außerorts auf Radwegen fahren und innerorts beim Zusatzschild „Mofa frei“.

Das Bundesministerium für Verkehr, Bauen und Städtebau vertritt seit einiger Zeit die Auffassung, dass bei S-Pedelecs die mit Muskelkraft und Motorkraft zu erzielende Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h als „bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit“ anzusehen ist. Demnach ist das S-Pedelec ein Kraftfahrzeug und kein Leichtmofa. Danach wäre es von der Benutzung sämtlicher Radwege ausgeschlossen. Wir empfehlen, das Fahren auf Radwegen zu unterlassen.

Brauche ich einen speziellen Diebstahl- oder Versicherungsschutz für E-Bikes?

Für S-Pedelecs besteht generell eine Versicherungspflicht (zwischen 50 und 150 Euro im Jahr). Optional lässt sich auch eine Diebstahlversicherung dazubuchen. Grundsätzlich empfehlen wir den Abschluss einer Diebstahl-Versicherung, wenn für das Fahrrad mehr als 1000,- Euro ausgegeben wird. Entgegen einer weit verbreiteten Ansicht ist eine Hausratversicherung, die auch Fahrräder/E-Bikes umfasst, meist nicht ausreichend, weil sie meist nur gilt, wenn das Fahrrad sicher zu Hause abgestellt war. Wird das Bike beispielsweise am Arbeitsplatz oder auf einer Tour gestohlen, zahlt die Hausratversicherung nicht. Den Fall sollte man vorher mit der Versicherung klären und ggf. eine zusätzliche Versicherung haben. Die Kosten richten sich nach dem Kaufpreis des E-Bikes. Übrigens, ein gutes Schloss sollte zu einem hochwertigen E-Bike dazugehören. Die Preise liegen zwischen 80 und 150 Euro. Die Akkus selbst sind in der Regel mit einem Extra-Schloss gesichert.


2 pensieri su “E-Bike Test ▷ Tipps, was man vor dem Elektrofahrrad Kauf wissen sollte”

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